Windows Server CALs & RDS CALs – Wo eintragen?
Lizenzierung

Windows Server CALs & RDS CALs – Wo werden sie eingetragen?

Eine klare Schritt-für-Schritt-Übersicht für beide CAL-Typen – inklusive des Unterschieds zwischen rein administrativer und technischer Einrichtung.

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Wichtiger Unterschied: Windows Server CALs werden nicht am Server eingetragen – sie sind rein lizenzrechtlich. RDS CALs hingegen werden technisch im Remotedesktop-Lizenzierungsmanager hinterlegt.

Windows Server CALs Lizenzrechtlich

Client Access Licenses für den Zugriff auf Windows Server

Windows Server CALs sind keine Software, die installiert oder am Server eingetragen wird. Sie berechtigen einen Nutzer oder ein Gerät rechtlich zum Zugriff auf den Server – eine technische Aktivierung findet nicht statt.

Nutzer-CAL

1 CAL pro Benutzer – egal von wie vielen Geräten er zugreift.

Gerät-CAL

1 CAL pro Gerät – egal wie viele Nutzer es verwenden.

Was zu tun ist:

  • 1
    Lizenzdokument / Produktschlüssel sicher speichern (z. B. als PDF)
  • 2
    Anzahl der CALs in der eigenen Lizenzverwaltung vermerken (z. B. VLSC oder eigene Tabelle)
  • 3
    Sicherstellen, dass die Anzahl der zugreifenden Nutzer / Geräte die CAL-Anzahl nicht überschreitet
ℹ️ Bei einer Microsoft-Lizenzprüfung wird nachgewiesen, dass genügend CALs vorhanden sind – nicht, dass sie irgendwo eingetragen wurden.

RDS CALs (Remote Desktop Services) Technisch eintragen

Remotedesktop-Lizenzen werden im RD-Lizenzierungsmanager hinterlegt

RDS CALs müssen aktiv am Server eingetragen werden. Ohne gültige RDS CALs funktioniert der Remotedesktopdienst nach einer 120-tägigen Kulanzfrist nur noch eingeschränkt.

  • 1
    Rolle installieren (falls noch nicht vorhanden):
    Server-Manager → Rollen hinzufügen → RemotedesktopdiensteRD-Lizenzierung
  • 2
    Lizenzierungsmanager öffnen:
    Start → Verwaltung → Remotedesktop-Lizenzierungsmanager
  • 3
    Server aktivieren (einmalig):
    Rechtsklick auf den Server → Server aktivieren → Assistenten folgen (online oder telefonisch)
  • 4
    CALs installieren:
    Rechtsklick auf den Server → Lizenzen installieren → Lizenzprogramm wählen → Produktschlüssel eingeben → Typ und Anzahl bestätigen
  • 5
    Lizenzierungsserver eintragen (Gruppenrichtlinie):
    gpedit.msc → Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Windows-Komponenten → Remotedesktopdienste → RD-Sitzungshost-Lizenzierung
    → „Angegebene RD-Lizenzierungsserver verwenden“ aktivieren → Servernamen eingeben
⚠️ Ohne eingetragenen Lizenzierungsserver wechselt Windows nach der Testphase automatisch in den Modus „nur 2 gleichzeitige RDP-Verbindungen“ – auch wenn CALs installiert sind.

Kurzübersicht

Auf einen Blick: Wo und wie werden die CALs eingetragen?
CAL-Typ Wo eintragen? Technische Aktivierung?
Windows Server CAL (Nutzer) Nur Lizenzverwaltung / VLSC Nein
Windows Server CAL (Gerät) Nur Lizenzverwaltung / VLSC Nein
RDS CAL (Per User) RD-Lizenzierungsmanager Ja
RDS CAL (Per Device) RD-Lizenzierungsmanager Ja

RDS CALs sichern Empfehlung

Was tun bei Servercrash oder Serverwechsel?

RDS CALs sind in der Windows-Registrierung des Lizenzierungsservers gespeichert. Fällt dieser Server aus oder wird er ausgetauscht, sind die CALs technisch weg – sie müssen neu eingetragen werden. Mit den richtigen Maßnahmen ist das aber kein Problem.

🔑 Produktschlüssel aufbewahren

Der wichtigste Schritt. Microsoft reaktiviert CALs auf einem neuen Server immer, solange der Originalschlüssel vorhanden ist – notfalls per Telefon.

Aufwand: minimal · Schutz: ✅ immer möglich
🖥️ Lizenzserver auslagern

Den RD-Lizenzierungsdienst nicht auf dem RD-Sitzungshost betreiben, sondern auf einem separaten stabilen Server (z.B. Domain Controller). Sitzungsserver kann crashen – CALs bleiben unberührt.

Aufwand: mittel · Schutz: ✅ bester Dauerschutz
📸 VM-Snapshot / Server-Backup

Wenn der Lizenzierungsserver eine VM ist: regelmäßige Snapshots machen. Im Crashfall Snapshot zurückspielen – CALs sofort wieder verfügbar.

Aufwand: minimal (bei VM) · Schutz: ✅ schnellste Wiederherstellung
📋 Registry-Export

Keys unter HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\TermServLicensing als .reg-Datei exportieren. Nur bei gleichem Server / gleicher SID wiederherstellbar.

Aufwand: minimal · Schutz: ⚠️ nur bei gleichem Server
⚠️ Sofort nach Aktivierung notieren – unbedingt aufbewahren

Nach der Ersteinrichtung des RD-Lizenzierungsservers diese drei Werte sicher speichern (PDF oder Passwortmanager) – ohne sie ist eine Reaktivierung bei Microsoft deutlich aufwändiger:

  • 1
    Lizenzserver-ID – die eindeutige ID des aktivierten Lizenzierungsservers.
    Abrufbar unter: RD-Lizenzierungsmanager → Rechtsklick auf Server → Eigenschaften → Reiter „Verbindung“
    Oder per PowerShell: Get-WmiObject Win32_TSLicenseServer | Select-Object ServerID
  • 2
    Produktschlüssel der installierten CAL-Pakete (einer pro CAL-Kauf)
  • 3
    Bestätigungs-IDs – werden vom Microsoft-Aktivierungsassistenten ausgegeben und müssen eingetippt werden. Diese ID pro CAL-Paket notieren.

Reaktivierung bei Microsoft (Telefon):

  • 1
    Neuen RD-Lizenzierungsserver aufsetzen und aktivieren
  • 2
    Lizenzen installieren → Originalschlüssel eingeben → Assistent startet
  • 3
    Bei Onlineaktivierung schlägt fehl: Telefon wählen → Microsoft DE: 0800 284 8283
  • 4
    Mitteilen, dass der alte Server ausgefallen ist → Microsoft gibt die CALs auf dem neuen Server frei
💾 Kurzfassung: Produktschlüssel sicher aufbewahren = Microsoft reaktiviert immer. Lizenzserver auf separatem System = bester Dauerschutz. VM-Snapshot = schnellste Wiederherstellung.