AVMA-Keys (Automatic Virtual Machine Activation) sind ausschließlich für virtuelle Maschinen unter einem lizenzierten Windows Server mit Hyper-V vorgesehen. Sie funktionieren nicht mit Drittanbieter-Hypervisoren wie Proxmox, VMware ESXi, VirtualBox, KVM oder ähnlichen Plattformen.
Wer einen AVMA-Key auf einem nicht lizenzierten Host oder einem fremden Hypervisor verwendet, betreibt eine Unterlizenzierung – dies stellt einen Verstoß gegen die Microsoft-Lizenzbedingungen dar und ist rechtlich nicht zulässig. Für den Einsatz auf Proxmox & Co. wird eine eigene, vollständige Windows Server Lizenz pro VM benötigt.
Was ist AVMA?
AVMA (Automatic Virtual Machine Activation) ist ein Microsoft-Mechanismus, der die Aktivierung von Windows Server-Gastbetriebssystemen in virtuellen Maschinen automatisiert. Statt jeden Gast einzeln mit einem eigenen Lizenzkey zu aktivieren, übernimmt der bereits aktivierte Hostserver die Lizenzierung aller darauf laufenden VMs – vorausgesetzt, der Host läuft unter Windows Server Standard oder Datacenter (ab Version 2012 R2).
Das spart Verwaltungsaufwand und verhindert Aktivierungsprobleme nach Migrationen oder Neustarts. AVMA ist besonders für Unternehmen relevant, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Hyper-V-Host betreiben. Wichtig: AVMA ersetzt keine vollständige Lizenzierung – es setzt voraus, dass die zugrundeliegende Host-Lizenz korrekt erworben und aktiviert wurde.
Unterstützte Gastversionen & AVMA-Keys
Die folgenden AVMA-Keys gelten für den Einsatz als Gastbetriebssystem. Die Gastversion darf dabei nicht neuer sein als die Hostversion. Bei einem Standard-Host sind pro Lizenz maximal 2 VMs per AVMA aktivierbar; bei Datacenter ist die Anzahl unbegrenzt. Windows Server Essentials wird von AVMA nicht unterstützt.
| Version | Edition | AVMA-Key |
|---|---|---|
| Windows Server 2012 R2 | Standard | D2N9P-3P6X9-2R39C-7RTCD-MDVJX |
| Windows Server 2012 R2 | Datacenter | 48HP8-DN98B-MYWDG-T2DCC-8W83P |
| Windows Server 2016 | Standard | C3RCX-M6NRP-6CXC9-TW2F2-4RHYD |
| Windows Server 2016 | Datacenter | TMJ96-JMPJH-D7659-SD28J-B7M48 |
| Windows Server 2019 | Standard | TNK62-RXVTB-4P47B-2D623-4GF74 |
| Windows Server 2019 | Datacenter | H3RNG-8C32Q-Q8FRX-6TDXV-WMBMW |
| Windows Server 2022 | Standard | YDFWN-MJ9JR-3DYRK-FXXRV-MQMXJ |
| Windows Server 2022 | Datacenter | QN4C6-GBJD2-FB422-GHWJK-GJG2R |
| Windows Server 2025 | Standard | TVRH6-WHNXV-R9WG3-9XRFY-MY832 |
| Windows Server 2025 | Datacenter | D764K-2NDRG-47T6Q-P8T8W-YP6DF |
AVMA funktioniert NICHT bei diesen Host-Systemen
Bei Proxmox VE, VMware ESXi, Linux KVM, XCP-ng/XenServer und VirtualBox handelt es sich um Plattformen ohne Windows-Host – AVMA wird dort nicht unterstützt. Gleiches gilt für Bare-Metal-Installationen, da AVMA ausschließlich für virtuelle Maschinen vorgesehen ist. Bei diesen Plattformen benötigt jede Windows Server VM eine eigene gültige Lizenz.
OEM-Keys in virtuellen Maschinen
OEM-Keys – wie sie z.B. auf Laptops oder PCs vorinstalliert sind – sind lizenzrechtlich an die originale Hardware gebunden, auf der sie ausgeliefert wurden. Eine Übertragung auf eine virtuelle Maschine ist nicht möglich – weder manuell noch telefonisch über die Microsoft-Aktivierungshotline. Wer Windows in einer VM betreiben möchte, benötigt zwingend einen Retail-Key oder eine entsprechende Volumenlizenz.
Die Verwendung eines AVMA-Keys auf den oben genannten Plattformen stellt keine gültige Lizenzierung dar. Auch wenn Windows technisch aktiviert erscheint, fehlt die lizenzrechtliche Grundlage.
Im Falle eines Microsoft Software-Audits kann dies als Unterlizenzierung gewertet werden – mit möglichen Nachzahlungen, Vertragsstrafen oder rechtlichen Konsequenzen.
Für VMs auf nicht-Windows-Hosts ist daher zwingend eine eigene Retail- oder Volumenlizenz erforderlich.
Aktivierungsprobleme – häufige Ursachen
Lösung: Sicherstellen, dass die VM im selben virtuellen Netzwerk wie der Host läuft. Firewall-Regeln prüfen – Port 1688 (TCP) muss vom Gast zum Host erreichbar sein. Den Hyper-V-Aktivierungsdienst auf dem Host prüfen: Get-Service vmms
Lösung: Aktivierungsstatus des Hosts prüfen: slmgr /dli. Host zuerst mit gültigem Key aktivieren, danach die VMs neu aktivieren.
Lösung: Hostversion aktualisieren oder für den Gast einen separaten Retail-Key verwenden.
Lösung: Edition der VM prüfen: winver oder slmgr /dli. Dann den passenden AVMA-Key eintragen: slmgr /ipk XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX
Lösung: Auf dem neuen Host Aktivierungsstatus prüfen. Aktivierung in der VM manuell anstoßen: slmgr /ato
Lösung: Weitere Standard-Lizenz erwerben (je 2 weitere VMs) oder auf Datacenter upgraden für unbegrenzte VMs.
Problem nicht dabei?